Am Sonntag hatten wir beschlossen "umzuziehen". Und so machten wir das auch. Wir standen 7 Uhr auf, packten zunächst alle Kisten zusammen, schafften sie ins Auto, frühstückten zwischendurch, ließen die Luft aus den Betten, den Isomatten, rollten sie zusammen, und öffneten schließlich die Ventile unseres Zeltes,
rollten auch das zusammen und verstauten es im Auto. 10 Uhr war alles geschafft, noch bezahlen...wir haben September..also Tarif der Nachsaison ...wir bezahlten für 5 Nächte 145 Euro.
10:15 Uhr verließen wir den CP Bodri. Ziel war Camping le Sud, etwas südlich von Ajacio. Ursprünglich war geplant an der Küste lang zu fahren, aber die vorveranschlagten 4h Fahrzeit waren uns zu lang und so hatten wir uns für die bessere Straße T20 übers Gebirge.. über Corte zum CP entschieden.
Also zunächst ein Stück zurück in Richtung Bastia, dann auf der T30 und ab Porte Leccia auf der T30 in Richtung Süden.
Ist das eine Straße!! Sie führt uns entlang der Orte Corte - der heimlichen Hauptstadt der Corsen - und ab da so richtig durch das corsische Gebirge. Rechterhand haben wir den Parc Natruel Regional. Wir sind mitten in den Bergen..um uns herum sind 2000er und dann geht es bei 1163m über den Vizzavona Pass.
An dieser Stelle ein paar Worte zur korsischen Natur.
Die Insel besteht im Wesentlichen aus 2 großen Gebirgsformationen, einem veritablen Hochgebirge, dessen Kamm sich s-förmig von Nordwesten bis in den schmalen Süden zieht und einem Höhenzug im Mittelgebirgsformat im Osten. Man sagt, im korsischen Hochgebirge ragen so um die 60 Zweitausender in den Himmel... Spitzenreiter ist der Monte Sinto, der es auf 2702m bringt. Insgesamt füllen die korsischen Gebirge 86 Prozent der Inselfläche aus, ein Fünftel der Insel liegt höher als 1000m. Das ist schon recht gewaltig..
Und noch eine Bemerkung, Korsika ist kein Ziel für klassische Bildungsreisende..Korsika ist eine Insel für Naturliebhaber, für Wanderer, Bergwanderer..oder eben solche Besucher wie wir, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, aber gerne Auto fahren.
Nun zu unserer Tour.
Gegen 12 machten wir ein Pause:
und immer der Blick auf Berge und gelegentlich auf die Bahnstrecke von Ajacio nach Bastia..sie führt in der Tat durch eine imposante Landschaft.
Die Stadt sah mir gar nicht so bedeutsam aus, was von Interesse wäre, ist die Festung . Sie liegt hoch über dem Tavignano auf einem schroffen Felsen und ist das Wahrzeichen der Stadt.
Der stolze "Adlerhorst" symbolisiert den korsischen Widerstand, dessen Führer Corte im 18. Jahrhundert zur Hauptstadt des unabhängigen Korsikas erkoren.
Als wir vor dieser Bergkulisse standen habe ich vor Glück fast geweint, weil es so etwas wundervolles gibt, weil ich / wir das erleben können..
Ein altes Militärford ( Fortin de Pasciola)
Der Aussichtspunkt an dem wir stehen, war oberhalb von Vivariu. (700m hoch gelegen) Und es stand auf einer Tafel zu lesen:"In der Nähe des Dorfes wurden hauptsächlich echte Nutzpflanzen angebaut (Gerste, Roggen, Mais und Weizen), aber auch Obstbäume (Kirsche, Pfirsich, Mandel, Feige) wurden angebaut, um die Grundnahrung zu ergänzen.
Kastanienbäume gehören auch heute noch zu Korsika. Von den Griechen und Römern importiert (sogar die Weinrebe), wurden sie in der genuesischen Zeit massiv gepflanzt.Tatsächlich bildeten Kastanien lange Zeit die Grundlage der Inselnahrung, entweder im Staat verzehrt oder nach der Verarbeitung zu Mehl. Auf dem Gebiet von Vivariu gab es mehrere Mühlen."
Und es gab einen Verweis auf die beiden hohen Berge, auf die wir blicken
Dann kam der Pass in 1213 m..und dann ging es rasant nach unten.
hier an der Brücke gab's einen Zwischenstop, relaxen, Kraft tanken, stärken mit Grillhähnchen und Pommes. Dann war unser Ziel nur noch.. Campingplatz.
17 Uhr waren wir da..erst 20.minuten Platz suchen, Zelt aufbauen und einräumen. Abendbrot machen. 20 Uhr war alles geschafft.. zwinker wir auch..aber der Tag war einfach traumhaft.
Morgen gibt es einen faulen Tag.. Sonne, Wärme, gutes Essen und herrlichen Wein genießen.. auf das Leben..
Bis Morgen