Die Nacht verlief - gottseidank - ohne Regen, der Himmel war bewölkt und die See stürmisch, wir hörten die Wellen an Land schlagen. Aber wir konnten gut schlafen.
Was auf diesem Platz etwas ungewöhnlich ist, ist, dass 1 Uhr nachts alle Lichter, auch die in den Sanitäranlagen, ausgehen und der Platz dann gespenstig dunkel ist. Ohne Taschenlampe geht dann gar nichts.
Wie schon gesagt, sind wir hier an der Ostküste und da hatte ich mir schon einen schönen Sonnenaufgang gewünscht. Da es aber die ganze Nacht bewölkt war, hatte ich wenig Hoffnung die Sonne überhaupt am Morgen zu sehen..und doch.. für wenige Minuten zeigen sich diese schönen Bilder.
Dann, einmal wach, räumte ich im Zelt alles wieder ein bisserl an seinen Platz. Suchte dann in meinen Unterlagen, welche Ausflüge wir uns von hier vorgenommen hatten und fand sie eigentlich vom Weg her zu lang. Also holte ich unsere "Reisebibel" Korsika heraus und wurde auch fündig. Ich fand eine schöne Landschaftsstraße, die uns in 2 Bergdörfer führt und das mitten durch den Eichen- und Kastanienwald, für den diese Ecke Korsikas so berühmt ist, die Casinca.
Google Maps zeigte uns wieder den Weg:
Von der T10 gelangt man auf der D237 nach Vescovato, einem der grössten Orte der Casinca. Die hohen Häuser des schön auf einer Hügelkuppe thronenden Dorfes stehen um einen grossen Platz herum. Dieser Dorfplatz wird gesäumt wird von uralten Bäumen und kleinen Gaststätten und soll zu den schönsten Plätzen Korsikas gehören. Auf dem Platz steht ein Brunnen und über ihm wacht ein Adler.
Wir haben auf diesem geschichtsträchtigen Platz zu Mittag gegessen.
Wir fahren vorbei ein einer riesengroßen Friedhofsanlage
Auf dem Dorfplatz steht eine trauernde Frauenfigur, die vielleicht eine Reminiszenz an die Vendetta zweier Familien ist, die hier im 19. Jhdt über 4 Jahrzehnte tobte.
Da die schmale Straße nicht gesperrt war, wollte mein Walter diese enge Gasse natürlich hinter fahren, merkte aber ziemlich weit hinten selber, dass das wohl etwas zu eng wird. Und da war ich zur Stelle und half im beim Rückwärtsfahren aus der Gasse. Auf dem Dorfplatz, in der einzigen Bar des Ortes genehmigten wir uns dann einen Orangensaft. Den 3. Ort Penta fuhren wir nicht mehr an, sondern die Straße runter in Richtung Bastia und dann zu unserem Zeltplatz. So war zumindest der Plan..bis jetzt.
Wir hatten aber im Hinterkopf..hier in diesen riesigen Kastanienwäldern gibt es freilaufende schwarz - graue Hausschweine, die sich im Sommer über von den Kastanien und Eicheln ernähren... und die wollten wir unbedingt sehen.
Walter hatte den Platzbesitzer.. der etwas deutsch konnte.. gefragt, wo wir möglicherweise welche beobachten können...und statt zum Zelt zu fahren..
fuhren wir die "2. Straße links" einfach rein und fanden wieder eine grandiose Landschaft.
Aber schaut selber:
Abenteuerliche Straßen
Und dann, da waren sie..mitten auf der Straße kleine Ferkel:
Wir beobachteten sie eine ganze Weile, als wir weiterführen verschwanden sie im Wald. Kurze Zeit später tauchte ein Gatter auf mit den Sauen
Die 9km bis auf die Hauptstraße verlangten nochmal volle Konzentration, aber die Straße war gut, nur etwas schmal aber wir hatten so gut wie keinen Gegenverkehr.
Nach dem üblichen Prozedere war wieder ein wunderschöner Tag zu Ende.
Tschüss bis Morgen