Korsika-Rundreise 2023

Wir - Walter und Dagmar - zwei neugierige und rüstige Rentner (83 und 78 Jahre jung) wollen noch einmal mit Auto und Zelt ein Stück unserer schönen Welt erkunden. Auf der Agenda steht unsere Trauminsel KOSRIKA. Schön, dass du uns dabei begleitest.

Dienstag, 19. September 2023

Tag 23 - Dienstag, den 19. 09.2023

Ein liebes Hallo aus Korsika, ich freue mich, dass du wieder rein schaust.
Was war bei uns heute los?
Der Wetterbericht verhieß mal  morgens 7 Uhr einen wolkenlosen Himmel, also stellte ich mir den Wecker, um einen grandiosen Sonnenaufgang zu fotografieren.  Na denkste.. es hat sich trotzdem gelohnt, so früh aufzustehen.
Bis Mittag verlief der Tag ziemlich unspektakulär..mit Aufräumen, Frühstücken,  Gesprächen auf dem Campingplatz.
Dann hatten wir uns überlegt, doch noch eine kleine Runde durch die Castaniccia zu fahren.  Unser Ziel war das kleine Dorf Piedicroce mit seiner Kirche und die Ruinen des Klosters Orazza. Google sagte uns eine Fahrzeit von ca 40 min voraus.
Doch wir wussten schon,  in dieser Zeit ist das eh nicht zu schaffen.. die Straßen sind schmal und kurvig..aber wir hatten einen Richtwert.
12 Uhr starteten wir unseren Ausflug. Erst ging es also ein Stück die T10 und ab Foleli führte uns die D506 immer am Fluss Fium' Alto entlang und durch den wunderschönen nationalen Naturpark Korsika.
Ein wunderschönes Tal brachte uns durch herrliche Wälder dem Zentrum der Castaniccia näher.  Am Weiler Stazzone ging's durch enge Gässchen und vorbei an diesem herrlichen Glockenturm.
Hinter Stazzone schraubte sich  die Straße in endlosen Serpentinen auf gut 700m Höhe bis zum Ort Piedicroce hoch. .wir hatten  dabei ständig den Blick auf endlose Wälder,  kleine Bergdörfer und natürlich das Gebirge im Inselinneren. Einfach grandios. 
Dann  waren wir in Piedicroce.
Dieses nur noch 80 Einwohner zählende Dorf hat sogar eine eigene Poststation und ein Hotel. Hauptattraktion ist aber die barocke Kirche Saint-Pierre et Saint-Paul aus dem 17. Jahrhundert.  Sie sieht schon von außen gewaltig aus..aber beim Betreten hat es mir fast den Atem verschlagen..so gewaltig und prunkvoll ist diese Kirche ausgestattet.
Für Interessierte  barockkirche 
zum Nachlesen. 
Ansonsten einfach ein paar Eindrücke:
Aber bevor es weiterging, mussten wir uns mit einer echten korsischen Brotzeit erst einmal stärken. 
Ein Käse- und ein Wurstteller mit korsischen Spezialitäten, alles vom Wirt selber hergestellt.
Frisch gestärkt besuchten wir noch die Klosterruinen von Orezza. 
Auch dazu gibt es eine Geschichte:
"Eine echte Sehenswürdigke ist die imposante Ruine des 1485 gegründete Franziskanerklosters Couvent d’Orezza ... Auch hier wurde Widerstandsgeschichte  geschrieben:
Im Jahr 1735 riefen Gianpietro Gaffori, Giancinto Paoli und Andrea Colonna Ceccaldi aufeiner Volksversammlung im Kloster die Unabhängigkeit Korsikas aus; nur wenige Jahre später (1751) wurde im Konvent die korsische Verfassung
verabschiedet und Gianpietro Gaffori zum Präsidenten gewählt. 1943 wurde das Konvent durch deutsche Luftangriffe vollkommen zerstört."
Und wieder haben wir viel gesehen und über die Geschichte Korsikas erfahren. Ich habe immer unseren Reiseführer mit, Google unterwegs und übersetze mit dem Google Übersetzer und seiner Kamerafunktion die Hinweistafeln..dadurch kommen wir gut zurecht. 
Nun ging's die Serpentinen wieder runter,
vorm Zelt alle Eindrücke sortieren, nochmal schwimmen und Bräteln.
Damit gehen unsere Entdeckungen auf Korsika zu Ende.  Am Freitag geht die Fähre zurück..bis dahin wird relaxt, gepackt und die wunderschöne Exkursion  nochmal überdacht.

Montag, 18. September 2023

Tag 22 - Montag, den 18.09.2023

Heute war insgesamt ein ruhiger Tag..muss auch mal sein. Nach dem Aufstehen.. spät..ich kann hier wunderbar lange liegen, ging's als erstes zu einem Baumarkt eine Plane kaufen. Wir bekamen eine 4 mal 5 Meter ( 4 mal 6 wäre uns lieber gewesen..aber was soll's) . Wir frühstückten gleich unterwegs.. die Vorräte waren nämlich mal wieder erschöpft..vor allem hatten wir kein Brot mehr.
Die Geschäfte liegen  hier im Osten der Insel alle dicht beieinander und an der Hauptstraße, sodass wir kurze Wege haben.
Auf dem Campingplatz zurück bringt Walter erstmal die Plane an, damit wir das angekündigte Gewitter am Donnerstag unbeschadet überstehen.
In der Feuchtschwüle  des Mittags hielten wir Siesta.
Gegen halb 3 fuhren wir los, um einzukaufen und eventuell etwas zu essen. Wir suchten unter anderem auch eine Fleischerei, in der das Fleisch dieser besonderen Schweine verkauft wird. Aber da die Hauptsaison vorbei ist, hatten alle Geschäfte in der Nähe schon geschlossen. Nicht schlimm, wir nahmen uns etwas zum Bräteln aus dem Spar mit. Der Einkauf war erledigt..und eine kleine Gaststätte an der Straße hatte auch über Mittag auf.
Wie bestellten 2 Kaffee und zwei Weißbrotschnitten mit Tomaten und Feta.. überbacken..war total lecker und dem Wetter angepasst.
Fleisch gibt es heute Abend..

Da heute nicht allzuviel passiert ist, ist etwas Platz für eine interessante Information, die eigentlich gestern mit in den Bericht gehört hätte:
Die Castagniccia..eine weitere Landschaft ganz in der Nähe unseres jetzigen CP  und die "großen Schwester" der Cornice ist  genau wie die Cornice ein uriger Wald aus Kastanienbäumen,  in einer sanften Hügellandschaft,  urigen kleinen Bergdörfern, frei laufenden Schweinen und Kühen und einem Netz aus engen Straßen.
 „Kastanienhain" wird das Gebiet auch genannt.... und vielleicht fahren wir.morgen doch noch hin. Wir machen es wetterabhängig.
Diese Castagniccia war einst die „Kornkammer“ der Insel. Die kleinen "Stechigel" waren das Hauptnahrungsmittel der Korsen. Daher wurde die Kastanie auch „Brotbaum“ genannt. 1584 befahlen die zu dieser Zeit herrschenden Genuesen den ansässigen Bauern die Anpflanzung von Kastanien, Maulbeerbäumen, Rebstöcken oder Olivenbäumen. Ende des 18. Jhd. waren 70% der Castagniccia mit Kastanienbäumen bestückt.  Auch heute noch ist sie die wichtigste Region der Insel für die Produktion von Kastanienmehl zur Weiterverarbeitung von z.B.  Polenta und natürlich dem korsischen Kastanienbier Pietra, das mir übrigens gut schmeckt.
Diese Gegend hat  darüber hinaus einiges  zu bieten: Ein Wanderwegnetz, Temperaturen, die angenehmer  sind als an der Küste. Und sicher ist es auch im Herbst hier schön, wenn sich das Laub der Bäume färbt und die Kastanienernte stattfindet.
Alles in allem Gründe für uns,  Camping U Punticchiu auszusuchen...neben der Nähe zum Meer selbst verständlich.
Den späten Nachmittag nutzen wir noch für ein Bad im Meer.

Sonntag, 17. September 2023

Tag 21 - Sonntag, den 17.09.2023

Salute! Du möchtest wissen wie unser Sonntag war? Na Bitteschön.
Die Nacht verlief - gottseidank - ohne Regen, der Himmel war bewölkt und die See stürmisch, wir hörten die Wellen an Land schlagen. Aber wir konnten gut schlafen. 
Was auf diesem Platz etwas ungewöhnlich ist, ist, dass 1 Uhr nachts alle Lichter, auch die in den Sanitäranlagen, ausgehen und der Platz dann gespenstig dunkel ist. Ohne Taschenlampe geht dann gar nichts.
Wie schon gesagt, sind wir hier an der Ostküste und da hatte  ich mir schon einen schönen Sonnenaufgang gewünscht. Da es aber die ganze Nacht bewölkt war,  hatte ich wenig Hoffnung die Sonne überhaupt am Morgen zu sehen..und doch.. für wenige Minuten zeigen sich diese schönen Bilder. 
Dann, einmal wach,  räumte ich im Zelt  alles wieder ein bisserl an seinen Platz. Suchte dann in meinen Unterlagen, welche Ausflüge wir uns von hier vorgenommen hatten und fand sie eigentlich vom Weg her zu lang. Also holte ich unsere "Reisebibel" Korsika heraus und wurde auch fündig. Ich fand eine schöne Landschaftsstraße, die uns in 2 Bergdörfer führt und das mitten durch den Eichen- und Kastanienwald, für den diese Ecke Korsikas so berühmt ist, die Casinca. 
Google Maps zeigte uns wieder den Weg:
Von der T10 gelangt man auf der D237 nach Vescovato, einem der grössten Orte der Casinca. Die hohen Häuser des schön auf einer Hügelkuppe thronenden Dorfes stehen um einen grossen Platz herum. Dieser Dorfplatz wird gesäumt wird von uralten Bäumen und kleinen Gaststätten und soll zu den schönsten Plätzen Korsikas gehören.  Auf dem Platz  steht ein Brunnen und über ihm wacht ein Adler. 
Wir haben auf diesem geschichtsträchtigen Platz  zu Mittag gegessen.

Anschließend noch ein kleiner Rundgang durchs Dorf, vorbei an der  Kirche Saint- Martin, die leider geschlossen war. Schaut selber..
Und nochmal den Blick zurück und weiter geht's ins Dorf  Venzolasca.
Wir fahren vorbei ein einer riesengroßen Friedhofsanlage
Auf dem Dorfplatz steht eine trauernde Frauenfigur, die vielleicht eine Reminiszenz an die Vendetta zweier Familien ist, die hier im 19. Jhdt über 4 Jahrzehnte tobte.
Hinter dem Platz erhebt sich die Kirche Santa Lucia.. 
Da  die schmale Straße nicht gesperrt war, wollte mein Walter diese enge Gasse natürlich hinter fahren, merkte aber ziemlich weit hinten selber, dass das wohl etwas zu eng wird. Und da war ich zur Stelle und half im beim Rückwärtsfahren aus der Gasse.  Auf dem Dorfplatz, in der einzigen Bar des Ortes genehmigten wir uns dann einen Orangensaft. Den 3. Ort Penta fuhren wir nicht mehr an, sondern die Straße runter in Richtung Bastia und dann zu unserem Zeltplatz. So war zumindest der Plan..bis jetzt.
Wir hatten aber im Hinterkopf..hier in diesen riesigen Kastanienwäldern gibt es freilaufende schwarz - graue Hausschweine, die sich im Sommer über von den Kastanien und Eicheln ernähren... und die wollten wir unbedingt sehen.
Walter hatte den Platzbesitzer.. der etwas deutsch konnte.. gefragt, wo wir möglicherweise welche beobachten können...und statt zum Zelt zu fahren..
fuhren wir die "2. Straße links" einfach rein und fanden wieder eine grandiose Landschaft.
Aber schaut selber:
Flussbadestellen
herrliche Beschilderung für die Wanderer
Abenteuerliche Straßen
herrliche Kastanienwälder
uralte Bäume
Voller Kastanien..

Und dann, da waren sie..mitten auf der Straße kleine Ferkel:

Wir beobachteten sie eine ganze Weile, als wir weiterführen verschwanden sie im Wald. Kurze Zeit später tauchte ein Gatter auf mit den Sauen
Unser Plan war aufgegangen. 
Die 9km bis auf die Hauptstraße verlangten nochmal volle Konzentration, aber die Straße war gut, nur etwas schmal aber wir hatten so gut wie keinen Gegenverkehr.
Nach dem üblichen Prozedere war wieder ein wunderschöner Tag zu Ende.
Tschüss bis Morgen 

Resümee